Was ist die „Doppelstrategie“?

Schon oft wurde über die Wiedereinführung von Personenverkehr auf der für Eisenbahnen gewidmeten Bahnstrecke Ludwigsburg-Markgröningen diskutiert. Gleichzeitig wuchs das Verkehrsaufkommen innerhalb der Stadt Ludwigsburg sowie den angrenzenden Gemeinden kontinuierlich.

Auf Basis dieser Bedarfe entstand zunächst das Konzept, die Bahnstrecke Markgröningen-Ludwigsburg zu reaktivieren. Gleichzeitig sollte aber auch eine zukunftsfähige, moderne und ressourcenschonende Lösung mittels eines BRT- Bussystems für den Bedarf in Richtung des Rems-Murr-Kreises realisiert werden. BRT steht dabei für ein Schnellbussystem (engl. „Bus Rapid Transit“), das nicht die Ablösung des bestehenden Bus-Systems vorsieht, sondern es sinnvoll um neue Strecken mit größeren, schnelleren und komfortableren Schnellbussen ergänzt.

Für diese beiden Verkehrsmittel sprechen der nahe Zeithorizont bis zur Realisierung und ein vergleichsweise niedriger Investitionsbedarf. Beide Systeme können in der Theorie innerhalb von 3 bis 5 Jahren realisiert werden.

Die dritte Komponente der Doppelstrategie ist die Realisierung einer Niederflur-Stadtbahn. Dieses Verkehrsmittel ist grundsätzlich in der Lage, auch der reaktivierten Eisenbahntrasse zwischen Markgröningen und Ludwigsburg eingesetzt zu werden, könnte aber auch gleichzeitig auf einer eigenen Linie z.B. in Richtung Remseck fahren.

Dafür erfordert sie insbesondere im Ludwigsburger Stadtgebiet einen höheren baulichen Aufwand durch den eigenen Gleiskörper und Leitungsverlegungen sowie für die Oberleitungsinfrastruktur. diese höheren Investitionen und der anzusetzende Zeitraum für Planung, Genehmigungsverfahren, Fördermittelzusagen und den Bau, führen zu einem Zeithorizont zur Realisierung von mindestens 10 bis 15 Jahren.

Zusammengefasst ist die Doppelstrategie ein Konzept mit einer kurzfristigen Komponente, bestehend aus Reaktivierung Eisenbahnstrecke Markgröningen-Ludwigsburg sowie der Umsetzung eines Schnellbusliniensystems (s.g. BRT-System) und einer langfristigen Komponente, der Prüfung und gegebenenfalls Umsetzung einer Niederflur-Stadtbahn.

Nutzen der Doppelstrategie

Der Zeitaspekt und die Zukunftsfähigkeit der Komponenten spielen wichtige Rollen bei der Planung und Realisierung des Konzepts. Die Doppelstrategie unterteilt sich in ein 3 bis 5-jähriges und damit kurzfristig umsetzbares Modul und ein 10 bis 15-jähriges und damit langfristiges Planungsmodul.

Alle Beteiligten sind sich einig, dass man keine 10 bis 15 Jahre warten kann, bis eine Stadtbahn realisiert werden könnte, da sich die gesellschaftlichen, technologischen und ökologischen Rahmenbedingungen weiterhin verändern und in der Bevölkerung entsprechende Bedarfe generieren.

Mit der Doppelstrategie werden bereits kurzfristig Lösungen geschaffen, mit denen die Verkehrsströme in Ludwigsburg und in der Region entlasten werden und Menschen dazu bewegen, auf den Öffentlichen Nahverkehr umzusteigen.

Um hier eine zusätzliche Absicherung zu schaffen, wurde vom Ludwigsburger Gemeinderat die Voraussetzung definiert, dass sich die Module der Doppelstrategie nicht gegenseitig ausschließen dürfen, sondern unabhängig voneinander entwickelt und gefördert werden.

Damit existieren Lösungsvorschläge, die eine dynamische Entwicklung berücksichtigen, und das Konzept kurzfristig, schrittweise und kosteneffizient umsetzen lassen. Mit der Doppelstrategie kann das aktuelle ÖPNV Angebot auf die Zukunft ausgerichtet werden und die schrittweise Planung ermöglicht bereits kurzfristig eine Verbesserung der aktuellen Situation.