Alternativer Antrieb für die Markgröninger Bahn

Emissions- und oberleitungsfrei im Regionalverkehr unterwegs

Zwischen Markgröningen und Ludwigsburg plant die Stadt eine Regionalbahn mit Verlängerung bis Kornwestheim. Dort sollen emissionsfreie Züge fahren. Welche Modelle dafür in Frage kommen.

Busse und Bahnen haben aufgrund ihrer höheren Transportkapazität ohnehin schon einen Umweltvorteil gegenüber dem motorisierten Individualverkehr. Trotzdem wächst beim öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) der Anspruch nach einem emissionsfreien und damit umweltfreundlichen Antrieb. Diesen Anspruch hat die Stadt Ludwigburg auch für die Reaktivierung der Markgröninger Bahn: Hier sollen Züge mit einem alternativen Antrieb zum Einsatz kommen, emissionsfrei und ohne Oberleitung. Solche Fahrzeuge sind bereits in Deutschland unterwegs – oder sie stehen kurz vor der Markteinführung.

Im Zuge der Doppelstrategie zum Ausbau des ÖPNV plant Ludwigburg – gemeinsam mit den Projektpartnern – die für den Personenverkehr stillgelegte Regionalbahn zwischen Ludwigsburg, Möglingen und Markgröningen zu reaktivieren. Die Strecke soll außerdem bis nach Kornwestheim verlängert werden, ein neuer Halt bei Wüstenrot & Württembergische ist geplant.

Bei den Zügen kommen im Wesentlichen zwei Techniken in Frage, die auf dem oberleitungsfreien Abschnitt zwischen Ludwigsburg und Markgröningen fahren können. Damit wäre ein wesentlicher Zeit- und Kostenvorteil bei der Wiederinbetriebnahme der Strecke verbunden.

Strom aus Wasserstoff und Sauerstoff

Auf der einen Seite gibt es wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenzüge: Diese Technik kommt im Modell Coradia iLint der Firma Alstom zum Einsatz. Als weltweit erster Brennstoffzellenzug hat der Coradia iLint in Niedersachen den regulären Fahrgastbetrieb aufgenommen. Auf einer knapp 100 Kilometer langen Strecke im Elbe-Weser-Netz zwischen Cuxhaven, Bremerhaven, Bremervörde und Buxtehude ist er unterwegs.

Der iLint ermöglicht emissionsfreie Mobilität, denn er stößt lediglich Wasserdampf aus. Er verfügt neben zwei Brennstoffzellen, die Wasserstoff und Sauerstoff zu Strom umwandeln, zusätzlich über zwei große Batterien. Auch wird die beim Bremsen entstehende Energie gespeichert und dem Zug beim Beschleunigen wieder zugeführt, bevor auf die Brennstoffzelle umgeschaltet wird.

Neben der Firma Alstom streben auch weitere Bahnhersteller den Einsatz von wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen an. Im Busverkehr ist diese Antriebsart ohnehin schon praxiserprobt.

Auf der anderen Seite kommen Züge auf der Basis von so genannten Batterie-Hybrid-Konzepten in Frage. Bei dieser Antriebsart kommt eine Batterie zum Einsatz, die auf Oberleitungsabschnitten wieder aufgeladen werden kann. Entsprechende Hersteller wie Bombardier, Siemens und Stadler haben ihre neuesten Modelle jetzt auf der Fahrzeugmesse InnoTrans in Berlin vorgestellt.

Abschnitte ohne Oberleitung überbrücken

Im Hinblick auf die Markgröninger Bahn bedeutet das konkret: Der Zug könnte über einen Stromabnehmer auf der Strecke nach Kornwestheim seine Batterie wieder aufladen. Dafür kann er die dort vorhandene Oberleitung nutzen.

Batterie-Hybrid-Züge haben derzeit eine Reichweite von bis zu 40 Kilometern. Für eine Hin- und Rückfahrt auf dem oberleitungslosen Abschnitt zwischen Markgröningen und Ludwigsburg wäre das mehr als ausreichend. Bei der relativ kurzen Strecke von zirka acht Kilometern würde es sogar genügen, die Batterien während der Standzeiten im Bahnhof Ludwigsburg wieder aufzuladen.

Im Rahmen der Doppelstrategie prüft die Stadt Ludwigsburg ergebnisoffen sowohl den potentiellen Einsatz von Brennstoffzellenfahrzeugen als auch von Batterie-Hybrid-Zügen. Dazu stehen die Fachleute in einem engen Dialog mit der Fahrzeugindustrie.

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