Neueste Technologie auf der Schiene

Wasserstoff-Brennstoffzellenzug Coradia iLint nimmt den Fahrgastbetrieb auf

Es war eine Weltpremiere: In Niedersachsen startete der erste Wasserstoff-Brennstoffzellenzug in den regulären Fahrgastbetrieb. Was diese Weltneuheit mit Ludwigsburg zu tun hat.

Der Coradia iLint der Firma Alstom ist ein wasserstoffbetriebener Brennstoffzellenzug – emissionsfrei, geräuscharm und umweltfreundlich. Als weltweit erster Zug dieser Art hat er Anfang dieser Woche in Niedersachsen den Betrieb im regulären Fahrgastverkehr aufgenommen. Der Coradia iLint steht für die neueste Technologie auf der Schiene – und ist eines der Modelle, das auch auf der reaktivierten Bahnstrecke zwischen Ludwigsburg und Markgröningen zum Einsatz kommen könnte.

Die Reaktivierung der für den Personenverkehr stillgelegten Bahnstrecke zwischen Ludwigsburg und Markgröningen mit Verlängerung bis nach Kornwestheim sowie einem neuen Halt bei Wüstenrot & Württembergische (W & W) ist ein wesentlicher Baustein der so genannten Doppelstrategie zum Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). In einem ersten Schritt sollen hier elektrobetriebene, emissionsfreie Züge zum Einsatz kommen. Auf den Bau einer Oberleitung kann dabei verzichtet werden.

Schadstoffausstoß gleich Null

Eines der Modelle, die dafür in Frage kommen, ist der Coradia iLint der Firma Alstom. Er hat Brennstoffzellen an Bord, die Wasserstoff und Sauerstoff in Strom umwandeln und so den Schadstoffausstoß im täglichen Betrieb auf Null reduzieren. Bei Testfahrten hat der Coradia iLint bereits sehr erfolgreich abgeschnitten. Seit 17. September befördern zwei dieser Züge nun zum ersten Mal regulär Fahrgäste im öffentlichen Linienverkehr und nach einem festen Fahrplan.

Vorerst kommen aber nur Reisende in Niedersachsen in den Genuss der geräuscharmen, bis zu 140 Stundenkilometern schnellen Züge. Im Auftrag der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachen (LNVG) sind die iLint auf einer knapp 100 Kilometer langen Strecke zwischen Cuxhaven, Bremerhaven, Bremervörde und Buxtehude unterwegs. Sie ersetzen dort die bisherigen Dieseltriebwagen. Mit einer Reichweite von 1.000 Kilometern können sie mit einer Wasserstofftankfüllung einen ganzen Tag lang im Netz fahren. 2021 will Alstom weitere 14 dieser Brennstoffzellenzüge an die LNVG ausliefern.

Die Mobilität der Zukunft

Tobias Brauer, Projektleiter für die ÖPNV-Doppelstrategie bei der Stadt Ludwigburg, hat die Weltpremiere des Wasserstoff-Brennstoffzellenzugs in Bremervörde erlebt. Er zeigt sich beeindruckt: „Der Coradia iLint repräsentiert die Mobilität der Zukunft in eindrucksvoller Weise. Er ist definitiv eine Option für die reaktivierte Markgröninger Bahn, wobei wir auch weitere alternative Antriebsmöglichkeiten ergebnisoffen prüfen.“ Wasserstoff sei in jedem Fall eine emissionsarme und effiziente Alternative zum Diesel. Insbesondere auf Nebenstrecken, an denen Oberleitungen unwirtschaftlich oder noch nicht vorhanden sind, könnten diese Züge sauber und umweltfreundlich unterwegs sein.

Neben der Firma Alstom arbeiten jedoch auch noch weitere Hersteller – etwa Bombardier und Siemens – an der Mobilität der Zukunft und an elektrobetriebenen Schienenfahrzeugen. Auf der internationalen Fachmesse für Verkehrstechnik InnoTrans, die ebenfalls in dieser Woche in Berlin stattfand, haben die Hersteller ihre neuesten Modelle auf der Basis von alternativen Antrieben präsentiert. Mehr zu diesem Thema gibt es demnächst hier auf der Website.

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